Hildegard-Medizin

Ein Beitrag unseres Netzwerkpartners Rosen Apotheke

Schon in der Klostermedizin wurden verschiedene Heilkräuter und Nahrungsmittel zur Behandlung von Beschwerden, aber auch zur Gesunderhaltung des Menschen eingesetzt. Schon damals wurde der Mensch als Ganzes betrachtet und nicht nur die Beschwerden isoliert gesehen.

Die moderne Medizin sieht den Patient heute in erster Linie als Summe seiner Organe, die separat und isoliert behandelt werden. Hildegard von Bingen versteht den Menschen als Einheit von Körper und Seele verknüpft die Gesundung der Seele mit der des Körpers und umgekehrt.

Eckdaten zur Biographie

Hildegard von Bingen lebte von 1098 bis 1179. Sie war Tochter eines Grafen, Hildebert und Mechthild von Bermersheim. Ihre Eltern erkannten, dass ihre Tochter eine besondere Gabe hat und bereits im Alter von drei Jahren diverse Visionen hatte. Sie waren davon überzeugt, dass sie von Gottes Hand berührt wurde, somit kam sie mit acht Jahren in der Nähe von Bingen ins Kloster Disibodenberg.

Im Kloster sollte sie für ihre Begabung eine angemessene Ausbildung erhalten und somit wurde die Nonne Jutta von Sponheim ihre Mentorin. Den größten Teil Ihrer Ausbildung verdankte Hildegard dem Seelsorger Volkmar aus der Bruderschaft. Er unterrichtet sie in Latein, Lesen und Schreiben.

Mit 16 Jahren beschloss Hildegard nach den Regeln des Benediktinerordens zu leben und wurde Nonne. Mit 38 Jahre stieg sie nach dem Tod ihrer Mentorin zu Äbtissin auf. 1147 gründete sie in der Nachbarschaft das Kloster Rupertsberg. Sie war beim Volk vor allem wegen ihrer heilkundigen Fähigkeiten und unermüdlichen Hilfe für Arme und Kranke sehr beliebt. Sie stand ganz in der Tradition mittelalterlicher Klostermedizin und der Vorschriften, die der heilige Benedikt in seiner Regel (Regula Benedicti) für die Sorge um Kranke formuliert hatte. Sie vereinte Naturheilmittel mit der Religion und den kosmischen Kräften.

In ihrer Theorie bestehen psychosomatische Zusammenhänge zwischen dem seelischen und körperlichen Befinden. Sie verfasste viele Bücher auf Latein, z.B. das große heilkundliche Werk „Ursachen und Behandlung von Krankheiten“ (Causae et curae). Es beschreibt die fünf Sinnesorgane, deren Funktion, Ursachen und Behandlungen von Krankheiten. Dabei werden der Zusammenhang des Menschens mit dem Kosmos und die vier Lebenselemente (Feuer, Luft, Wasser und Erde) deutlich.

Medizin

Nach Auffassung Hildegard von Bingen fügt sich der Mensch die meisten Krankheiten selbst durch seine Lebensweise zu, weil er nicht das rechte Maß in allen Dingen berücksichtigt. Die Heilung ist ein ganzheitlicher Prozess, der sich in vier Bereichen gleichzeitig vollziehen muss, weil die Krankheiten in ihnen entstehen bzw. manifestieren

  • Dem göttlichen/religiösen
  • Dem kosmischen
  • Dem körperlichen und
  • Dem seelischen Bereich

Es gibt sechs Phasen beim Heilungsprozess

  • Heilung aus der Schöpfung mit diversen Naturheilmitteln
  • Heilung durch die Ernährung
  • Heilung durch ein gutes Gleichgewicht zwischen Ruhe und Bewegung
  • Heilung durch ein gutes Gleichgewicht zwischen Schlafen und Wachen
  • Heilung durch Ausleiten von Giften und Schlackstoffe
  • Heilung durch Stärkung der seelischen Abwehrkräfte

Auch heute noch werden viele Mittel aus der Klostermedizin als traditionelle Heilmittel eingesetzt. Eine klassische Hausapotheke nach Hildegard von Bingen umfasst im Wesentlichen die folgenden Mittel:

  • Apfelknospenöl: Migräne
  • Fencheltee: Blähungen
  • Flohsamen: Verstopfung, Allergien, allergische Hautreaktionen
  • Galgant/Fenchel-Galgant Tabletten: Magenmittel, Verdauungsschwäche, Nervenschwäche
  • Gehackte Galgantwurzel: Magenschmerzen
  • Pelargonien-Mischpulver Erkältung, Schnupfen
  • Schafgabenkraut in 70% Weingeist + Verbandsmaterial: Verletzungen, Schnitte, Schürfwunden
  • Spitzwegerich-Urtinktur: Insektenstiche
  • Tannensalbe: Magenschmerzen, Koliken, Bronchitis
  • Veilchensalbe: Geschwüre, Narben, Verbrennungen, Sonnenbrand
  • Wermutsalbe: rheumatische Beschwerden, Arthrose

Auch die Ernährung spielt eine große Rolle in der Hildegard Medizin. Im Mittelpunkt der Hildegard-Küche stehen Dinkel und Edelkastanien. Die harte Schale der Edelkastanie bietet einen natürlichen Schutz, so dass diese ohne umweltbelastende Chemie angebaut werden kann. Dinkel enthält Vitamine, Aminosäuren, Mineralstoffe und Spurenelemente, die der Körper zum Aufbau von Knochen, Fasern und Gelenken, zur Aufrechterhaltung des Elektrolythaushaltes und für eine normale Herzregulation, den Stoffwechsel und Nervenimpulsübertragung benötigt. Dinkel ist wohlschmeckend, gut verträglich und basisch. Des Weiteren wirkt Dinkel stimmungsaufhellend durch das Tryptophan, welches dann die Serotoninausschüttung begünstigt (Serotonin= Glückshormon).

Hildegard von Bingen rät von folgenden Nahrungsmitteln ab: 

  • Erdbeere: diese wachsen dicht über der Erde und in (pilz)fauliger Luft, sie können durch den Pilzbefall und durch die Mykotoxine zu Allergien, Hautausschlägen, Mittelohr- und Blinddarmentzündungen und zu Verschleimung der Atemwege führen
  • Pfirsiche: sie zerstören die gute Saftmischung des Menschen und lassen den Magen verschleimen, sie können auch Allergien und Hautausschläge verursachen, genießbar sind Pfirsiche, wenn diese geschält und ohne Kern in Wein mit Pfeffer und Salz eingelegt wurden
  • Pflaumen: sie verursachen ein Ungleichgewicht zwischen den Gallenfarbstoff Bilirubin und der Gallensäure, dies führt zur Störung des pH-Wertes der Darmflora, welcher für das Bakterienwachstum notwendig ist, auch der pH-Wert des Blutes wird verändert (normal 7,4), somit kann es zur Übersäuerung, Entzündungen führen
  • Lauch: kann durch den hohen Schwefelanteil die Eiterbildung durch die Leukozytenvermehrung anregen, Lauch sollte über Nacht in gesalzenem Wein oder Essig eingelegt werden
  • Grünkern: ist der unreife Dinkel und ist deshalb kein Lebensmittel, weil unreife Früchte ungenießbar sind und keine Heilkräfte besitzen
  • Kaffee: führt zu Reizungen der Magenschleimhaut und Sodbrennen, wirkt sich schädlich auf das Herz aus (verursacht Herzrasen), stimuliert das Nervensystem bis zur Erschöpfung, macht süchtig, abhängig und nervös
  • Durch Rohkost lässt die schlechten Säfte steigen, die durch das Kochen mit passenden Gewürzen, Salz oder Essig neutralisiert werden, die Milz kann sich zu einer schmerzhaften Geschwulst entwickeln, des Weiteren entstehen furchtbare Darmgase (Fäulnisgase), Durchblutungsstörungen, Gedächtnisstörungen, die natürliche Darmflora wird auch geschädigt, es entstehen Pilzinfektionen und die Immunabwehr ist geschwächt.

Küchengewürze nach Hildegard von Bingen, die in der Klostermedizin vielfach eingesetzt wurden und auch heute noch sehr beliebt sind:

    • Bachminze/Krausminze
    • Beifuß
    • Bertram
    • Dill
    • Fenchel
    • Galgant
    • Gewürznelken
    • Kerbel
    • Knoblauch
    • Lorbeer
    • Muskatnuss
    • Mutterkümmel
    • Petersilie
    • Pfeffer
    • Quendel
    • Weinraute
    • Ysop
    • Zimt
    • Zwiebel 

Wenn bei Ihnen Interesse an der Hildegard-Medizin besteht, erhalten Sie gerne eine ausführliche Beratung in Apotheken, die über die Hildegard Medizin verfügen.

Ihre Rosen Apotheke

 

Quellen:

Hildegard Heilkunde A-Z, Ernährungstherapie der Hildegard von Bingen und die Edelsteinkunde der Hildegard von Bingen von Wighard Strehlow

Hildegard von Bingen – bewährtes Heilwissen für Gesundheit und Wohlbefinden von Naumann & Göbel Verlagsgesellschaft

 

 

Partner: Rosen Apotheke
22. März 2017

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