Allergien

Kaum hat das neue Jahr begonnen, ist es schon wieder soweit: die Heuschnupfenzeit beginnt. Was eine Allergie überhaupt ist und welche Möglichkeit der Selbstbehandlung es gibt, hat unser Netzwerkpartner Rosen Apotheke zusammengestellt:

Was versteht man unter einer Allergie?

Eine Allergie ist eine Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Antigenen oder auch Allergenen genannt, die durch eine Antigen-Antikörper Reaktion zu einer überschießenden Immunantwort bis hin zum lebensbedrohlichen Schock führen kann. Eine Allergie wird durch einen ersten Antigenkontakt erworben. Hier spricht man von der Sensibilisierungsphase. Nachdem die Antikörperbildung abgeschlossen und es zu einem erneuten Kontakt kommt, führt dies zu einer überschießenden allergischen Reaktion.

Was sind Antigene (Allergene)?

Antigene/Allergene sind Proteine, die von Zellen des Abwehrsystems im Körper erkannt und gebunden werden und eine allergische Reaktion auslösen. Dabei wird aus den Mastzellen Histamin ausgeschüttet, welches zu typischen Symptomen eine Allergie führt.

Dies kann sein:

  • Juckreiz
  • Wasseransammlungen
  • Niesreiz
  • Augenbrennen
  • Augentränen
  • Atemnot (durch Atemwegsverengung)
  • Blutdruckabfall

 

Welche Allergentypen gibt es?

Man unterscheidet 4 Allergentypen:

Inhalationsallergene, z.B.

  • Pollen
  • Gräser
  • Schimmelpilz
  • Tierhaare
  • Hausstaubmilben

Ingestionsallergene

  • Nahrungsmittel wie z.B. Erdbeeren oder Nüsse

Kontaktallergene, z.B.

  • Salbengrundlagen
  • Nickel
  • Latex

Injektionsallergene,z.B.

  • Bienen – oder Schlangengift
  • Röntgenkontrastmittel

 

Welchem unterschiedlichen allergischen Reaktionstypen gibt es?

 Je nach dem auf welchem Mechanismus die überschießende Immunantwort auf ein Antigen (Allergen) beruht, werden diese in 4 Reaktionstypen eingeteilt:

Typ I Soforttyp 

Der Körper bildet nach erstmaligem Kontakt Abwehrzellen, nach erneutem Kontakt mit dem Allergen kommt es zu einer Antigen-Antikörper-Reaktion und es wird Histamin freigesetzt. Innerhalb weniger Sekunden/Minuten  treten Symptome auf.

  • Juckreiz
  • Wasseransammlungen
  • Blutdruckabfall (durch Gefäßerweiterung)
  • Atemwegsverengung

All diese Symptome des Soforttyps werden als Anaphylaxie bezeichnet undkönnen lebensbedrohlich werden).

Typ II Zytotoxische Typ

Hier kommt es nach Stunden oder Tagen zu einer allergischen Reaktion. Auslöser können Medikamente sein, die zu bestimmten Krankheitsbildern führen können:

  • Abfall der weißen Blutkörperchen
  • Abfall der Blutplättchen
  • Transplantationsabstoßung

Typ III Immunkomplextyp

Hier kann ebenfalls die Reaktion nach ca. 6-8 Stunden eintreten. Verantwortlich hierfür sind Antigen-Anti-Körper Komplexe, die sich häufig im Gewebe oder Gefäßnähe ablagern und schädigen.

  • Gifte von Bakterien
  • Medikamente

Typ IV Spättyp

Die Reaktion vom Typ IV tritt durch sensibilisierte Immunzellen erst 1-3 Tage nach dem erneuten Kontakt des Antigens auf.

  • Juckreiz
  • Niesreiz
  • Augenbrennen
  • Augentränen
  • Hustenreiz

Gerade im Frühjahr/Sommer sind die meisten Allergiker vom Typ IV betroffen. Sie reagieren nach Kontakt mit Pollen mit den o. g. Symptomen.

Behandlungsmöglichkeiten

Es sollte möglichst der Kontakt mit den Allergenen vermieden werden. Bei Pollenallergikern ist dies meist nicht möglich. Hier gibt es unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten.

Lokal: Die Behandlung erfolgt mit Augentropfen oder Nasenspray, die die allergischen Reaktionen mindern, indem sie das von den Mastzellen ausgeschüttete Histamin blockieren und so die Symptome stoppen.

Systemisch: Auch eine Einnahme von so genannten Antihistaminika kann Linderung verschaffen. Es gibt Wirkstoffe, die das bereits ausgeschüttete Histamin blockieren oder die die Mastzellen stabilisieren, damit diese erst gar nicht so viel Histamin aus den Mastzellen ausgeschüttet wird.

Stärkung des Immunsystems: Das Immunsystem kann zusätzlich durch die Einnahme von Zink mit 15-25 mg, Calcium 1000mg und Vitamin C 1000 mg pro Tag gestärkt und somit die Symptome einer Allergie gemindert werden.

Schüßler Salze und Homöopathie: 

Schüßler Salze

Nr. 2 Calcium phosphoricum                     12 Tabletten/Tag

Nr. 3 Ferrum phosphoricum                      7 Tabletten/Tag

Nr. 4 Kalium chloratum                                7 Tabletten/Tag

Nr. 8 Natrium chloratum                             20 Tabletten/Tag

Nr. 10 Natrium sulfuricum                          12 Tabletten/Tag

Nr. 21 Zincum chloratum                             7 Tabletten/Tag

Nr. 24 Arsenum jodatum                            7 Tabletten/Tag

Die Hauptmittel bei Allergien sind Nr. 2 Calcium phosphoricum und Nr. 8 Natrium chloratum. Diese beiden können nach Bedarf mit den anderen o.g. Salzen kombiniert werden.

Homöopathie:

Apis Globuli bei allergischen Reaktionen mit Quaddeln und Pusteln.

Cardiospermum Globuli wirken allgemein gegen allergische Reaktionen und gegen chemische Reize.

Urtica Globuli wirken gegen allergische Reaktionen mit juckenden, brennenden Quaddeln und Pusteln.

Die Dosierung ist je nach Potenz unterschiedlich. Im Bereich der D6 und D12 Potenzen richtet sich die Dosierung nach dem Schweregrad. Das bedeutet im Akutfall stündlich 5 Globuli, bis eine Besserung eintritt, ansonsten 3×5 Globuli, auf der Zunge 30 min. vor oder nach dem Essen zergehen lassen. Wichtig ist, dass während der homöopathischen Behandlung auf Koffein (Kaffee, Schwarztee), koffeinhaltige Getränke (Cola, Engeriedrinks etc.) und Menthol verzichtet wird

Zuletzt darf auch nicht auf die richtige Hautpflege verzichtet werden, da auch die Allergene durch die Haut aufgenommen werden. In der Apotheke gibt es spezielle Hautpflegekonzepte, die die Hautbarriere durch bestimmte Inhaltsstoffe stärken und widerstandfähiger machen.

Grenzen in der Selbstbehandlung

Grundsätzlich sollte die erste Diagnosestellung, ob es sich um eine Allergie handelt und vor allem auf welche Allergene man reagiert, durch einen Arzt erfolgen. Auch auf Symptomveränderungen sollte geachtet werden. Sobald die Atemwege betroffen sind und ein Verdacht auf allergisches Asthma besteht, ist die Therapie durch einen Arzt angeraten und sinnvoll. Das Gleiche gilt bei chronischen Beschwerden, Schwangeren, in der Stillzeit, Kinder unter 6 Jahren, bei Verdacht auf Infektionen und bei Verdacht auf unerwünschte Arzneimittelwirkungen.

Weitere Tipps beim Kontakt mit Inhalationsallergenen (Pollen, Gräser, Schimmelpilz, Tierhaare, Hausstaubmilben)

  • Abend duschen und Haare waschen
  • Morgens Haut mit speziellen Pflegecremes eincremen
  • Kleidung außerhalb des Schlafzimmers ausziehen
  • Kleidung nicht im Freien trocknen
  • Pollenschutzgitter für die Fenster
  • Lüften der Wohnung bei geringer Pollenbelastung; in der Stadt zwischen 6:00-08:00 morgens, auf dem Land zwischen 19:00-24:00 abends
  • Regelmäßiges Staubsaugen der Wohnung und wischen der Flächen mit einem feuchten Lappen
  • Regelmäßiges Absaugen von Polstermöbeln
  • Pollenschutzfilter für Klimaanlage im Auto
  • Regelmäßige Reinigung von Brillengläsern
  • bei Allergikern mit Hunden, Fell regelmäßig ausbürsten, Tier nicht im Bett oder Schlafzimmer schlafen lassen
  • bei Hausstauballergikern; Verwendung spezieller Matratzenbezüge

Ihre Rosen Apotheke

Quellen: pharmazeutische Datenbank, Buch Naturheilpraxis heute 3. Auflage Elvira Bierbach, Homöopathie für die Kitteltasche 4. Auflage deutscher Apothekerverlag, Im-Puls des Lebens, Margit Müller-Frahling, Mineralstoffe nach Dr. Schüßler

Partner: Rosen Apotheke
3. Januar 2018

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