Heilkräuter in der Frauenheilkunde

Ein Beitrag unseres Netzwerkpartners Rosen Apotheke

Der weibliche Zyklus ist von einem Zusammenspiel verschiedener Hormone geprägt und reagiert sehr sensibel auf äußere Faktoren wie z.B. Stress oder aufgrund der Anatomie auf bestimmte Beschwerden. Schon Hildegard von Bingen setzte viel daran, Frauenleiden auf natürliche  und sanfte Art zu behandeln. Heilkräuter wurden schon hunderte Jahren, wie auch heute noch zur Behandlung oder Therapieunterstützung eingesetzt.

Anbei eine  Übersicht über bewährte Heilkräuter in der Frauenheilkunde. Wichtig: in Schwangerschaft und  Stillzeit dürfen manche Heilkräuter nicht angewendet werden. Zudem können Heilpflanzen auch Allergien auslösen.

Beifuß
Beifuß fördert die Ausscheidung von Stoffwechselschlackstoffe über den Harn, Schweiß, Stuhl und Menstruationsblut. Das Kraut regt die Hypophyse, Keimdrüsen und Kreislauf an und wirkt blutungsfördernd, krampflösend sowie stimmungsaufhellend.

Birke
Birkenblätter oder Birkenblättertinktur wird im Rahmen einer Durchspülungstherapie (viel trinken) bei bakterieller und entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege z.B. akuter oder chronischer Blasenentzündung und bei Nierengrieß angewendet. Auch bei rheumatische Beschwerden kann die Birke eingesetzt werden.

Brennnessel
die Brennnessel ist für ihre harntreibende und entzündungshemmende Wirkung bekannt und wird daher gerne bei Harnwegsinfekten eingesetzt. Aber auch zur Ausleitung und Entgiftung, Allergien, Nierengrieß und Blutarmut wird Brennessel verwendet.

Dost
Wirkt desinfizierend und wird für Sitzbäder oder Spülungen bei Unterleibsentzündungen verwendet. Das Gewürz und Teekraut wirkt verdauungsfördernd, darmreinigend, krampflösend und nervenstärkend.

Esche
Die Esche zeichnet sich durch ihre harntreibende, entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung aus. Daher findet sie auch Einsatz bei Harnwegsinfekten, aber auch bei rheumatischen Beschwerden, Weichteilrheuma und chronische Polyarthritis.

Frauenmantel
Frauenmantel wirkt antirheumatisch, entzündungshemmend und schmerzstillend, blutungsregulierend, gefäßschützend und krampflösend. Außerdem wirkt der Frauenmantel auch hormonregulierend bei Mestruationsstörungen, prämenstruelles Syndrom, Unfruchtbarkeit, Myom oder bei Wechseljahrsbeschwerden.

Gänseblümchen „Arnika der Gebärmutter“
Gänseblümchen wirkt entzündungshemmend, zusammenziehend, schmerz – und juckreizstillend, wundheilungsfördernd und stoffwechselanregend. Des Weiteren kann Gänseblümchen bei Muskelzerrungen, Muskelschmerzen, Blutergüssen und Blutungen angewendet werden. Unterstützt die Gebärmutterrückbildung nach einer Geburt.

Goldrute
Die Goldrute besitzt eine harntreibende, entzündungshemmende, krampflösende und antimikrobielle Wirkung und wird deshalb häufig auch bei Harnwegsinfekten eingesetzt. Zusätzlich findet die Goldrute noch Anwendung zur Stoffwechselanregung bei rheumatischen Erkrankungen, Nierensteine und Nierengrieß.

Hafer
Kraftnahrung für Körper und Seele. Er regt die Blutbildung an, stärkt die Nerven und verleiht die Ausdauer. Auch gegen Erschöpfungszustände und Schlafstörungen bei Überforderung kann Hafer angewendet werden.

Hirtentäschel
Hirtentäschel wirkt besonders gut gegen starke und lang andauernde Menstruationsblutungen und außerzyklischen Blutungen. Darüber hinaus kann Hirtentäschel auch gegen oberflächliche blutende Verletzungen der Haut und Schleimhaut angewendet werden.

Johanniskraut
Johanniskrautöl bewährt sich als Wund – und Narbenpflege z.B. nach OP oder Dammschnitt. Der Tee lindert die Wochenbettdepression, hellt die Stimmung auch prämenstruell oder in den Wechseljahren auf. Des Weiteren kann Johanniskraut auch bei Unruhe, Schlafstörungen, nervöse Erschöpfungszustände, Burnout, Wetterfühligkeit, Reizblase, Schnitt – und Stichwunden, aber auch bei Verbrennungen ersten Grades eingesetzt werden.

Kamille
Die Kamille wirkt krampflösend auf Unterleib und Magen/Darm. Die Kamille ist eine antibiotisch wirkende Heilpflanze. Sitzbäder oder Umschläge bewähren sich als Vaginalspülungen bei akuter Scheidenentzündungen. Darüber hinaus kann die Kamille auch gegen Aphten, Schleimhautentzündungen in Mund- und Rachenraum, sowie bei Unruhezuständen und Schlafstörungen bei Kindern eingesetzt werden.

Kapuzinerkresse
Kapuzinerkresse wirkt gegen Vaginalmykosen. Aber auch gegen Infektionen der Harn- und Atemwege, grippalen Infekten und Bronchitis.

Labkraut
Ist mild krampflösend und Nerven stärkendes Frauenkraut. Bewährt in stimmungsaufhellenden Tee z.B. bei Winterdepression oder in den Wechseljahren.

Majoran
Majoran hat eine antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung und wird in der Frauenheilkunde gerne Entzündungen und bei unspezifischen Scheidenausfluss verwendet.

Melisse
Melisse wirkt beruhigend, krampflösend, antibakteriell und virusstatisch. Die Melisse wird gerne auch bei nervösen Unruhezuständen und nervösen Magen-Darm-Störungen empfohlen.

Rosmarin
Rosmarin wirkt gegen Zyklusstörungen (zu schwach, zu selten). Des Weiteren kann Rosmarin gegen ausgeprägtes Kälteempfinden durch Schwächung des Wärmehaushaltes, Blutarmut, Kreislaufbeschwerden, tiefer Blutdruck, Kopfschmerzen, Burn Out und gegen rheumatische Beschwerden angewendet werden.

Salbei
Der Salbei wirkt gegen Hitzewallungen während den Wechseljahren und hilft beim Abstillen. Des Weiteren kann der Salbei gegen übermäßige Schweißbildung, Verdauungsstörungen, Blähungen, Durchfall und Entzündungen der Darmschleimhaut, sowie im Mund – und Rachenraum angewendet werden.

Schachtelhalm
Schachtelhalm wird genau wie Birke auch im Rahmen einer Durchspülungstherapie bei Harnwegsinfekten eingesetzt. Zusätzlich kann der Schachtelhalm gegen Hauterkrankungen, zur Ausleitung und Entgiftung, bei geschwächtem Bindegewebe und Stauungsödemen verwendet werden.

Schafgarbe
Hat eine antibakterielle, entzündungshemmende Wirkung. Sie lindert Regelkrämpfe, wirkt blutflusshemmend und gestagenartig. Tee und Extrakte sind sinnvoll bei häufiger, starker oder langer Blutung z.B. bei Myom oder in den Wechseljahren. Aber auch bei Magen-Darm-Beschwerden, Krampfaderleiden, Hämorrhoiden zeigt Schafgabe eine sehr gute Wirkung.

Schwarze Johannisbeere
Die schwarze Johannisbeere wird gegen Wechseljahrsbeschwerden, Migräne, aber auch als Durchspülungstherapie bei bakteriellen und entzündlichen Erkrankungen der Harnwege eingesetzt. Außerdem findet die schwarze Johannisbeere Anwendung bei rheumatischen Beschwerden und Gicht.

Storchenschnabel
Der Storchenschnabel wird gerne bei unerfüllten Kinderwunsch durch mentale Blockaden eingesetzt. Des Weiteren ist es ein Schockmittel und ein Notfallmittel und wird daher gerne gegen psychische Lähmungen, Melancholie und Traurigkeit infolge von Schrecken und Traumen, aber auch gegen entzündliche Hauterkrankungen oder zur Entgiftung über die Lymphe eingesetzt. Auch zur Borreliose Prophylaxe nach Zeckenbissen kann Storchenschnabel angewendet werden.

Wolfrapp
Der Wolfrapp wird gerne bei Spannungsgefühlen und Schmerzen in den Brüsten, prämenstruellen Syndrom, sowie bei vegetativ-nervöse Störungen (Herzrhythmusstörungen, Angst, Unruhe und Schlaflosigkeit) angewendet.

 

Therapie mit Urtinkturen

Heilpflanzen sind die Grundlage des Heilens. Sicherlich können nicht alle Krankheiten mit pflanzlichen Mitteln allein behandelt werden, jedoch können die Urtinkturen als Basis oder als Abrundung einer ganzheitlichen Therapie eingesetzt werden. Sie erfassen gleich drei Ebenen; den Körper, die Regulation und die Psyche.

Urtinkturen werden meistens aus frischen Pflanzen hergestellt. Bei guter Qualität haben sie jedoch eine stärkere Wirkung als Tinkturen, obwohl diese nur halb so konzentriert sind.

Daher gilt bei der Herstellung von Urtinkturen mit der Qualität für die innere Einnahme:

  1. Hochwertige Qualität der Rohstoffe
  2. Keine Beschleunigungstechnologien (keine schnell laufenden Schneidemaschinen, Rührwerke, Pumpen oder Zentrifugen)
  3. Mörsern der Pflanzen möglichst in einem geschlossenen System
  4. Lagerung der fertigen Urtinkturen zur Reifung

 

Dosierung von Tees, Sitzbäder und Umschläge

Tees

Sofern nicht anders verordnet 1-2 gehäufte Teelöffel Tee, auf eine Tasse mit ¼ L siedendem Wasser übergießen und 5-10 Minuten ziehen lassen. Anschließend durch ein Sieb abseihen.

Sitzbäder

Für die Zubereitung des Sitzbades wird 1-3 gehäufte Esslöffel auf 2-3 L Wasser verwendet. Kräuter in ein entsprechendes Gefäß füllen, Wasser zum Sieden erhitzen und aufgießen, 15 Minuten ziehen lassen. Das Sitzbad soll eine angenehme Temperatur erreichen. Die Dauer kann individuell bestimmt werden, so wie es angenehm erscheint.

Umschläge

Für Umschläge wird ein Teeaufguss zubereitet. Die Dosierung ist die gleiche, wie eine Teezubereitung. Jedoch muss der Tee mindestens 15 Minuten ziehen. Anschließend ein Tuch  in den Teeaufguss tauchen und auflegen.

Bei Fragen steht Ihnen Ihr Arzt, Heilpraktiker oder auch das Fachpersonal der Apotheke zur Verfügung. Gerne gibt Ihnen die Apotheke Auskunft über etwaige Nebenwirkungen oder zur Einnahme während der Schwangerschaft und Stillzeit.

Quelle:

Heilkunde der Hildegard von Bingen- Gesundheit aus der Weisheit der Natur: Wighard Strehlow

Alchemilla- eine ganzheitliche Kräuterkunde für Frauen: Magret Madejsky

Pflanzliche Urtinkturen- Wesen und Anwendung: Roger Kalbermatten, Hildegard Kalbermatten

Eigenen Unterlagen/pharmazeutisches Fachwissen

Ihre Rosen Apotheke

Partner: Rosen Apotheke
8. März 2017

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