Natürliche Familienplanung

Daniela Hammer ist Beraterin für Natürliche Familienplanung nach Sensiplan und langjährige Partnerin im Netzwerk für Gesundheit. Sie gibt regelmäßig Kurse in und um München. Wir haben mit ihr gesprochen.

Was bedeutet Natürliche Familienplanung nach Sensiplan?

Um das zu erklären geht es erst einmal um zwei wesentliche Fragen:
– Wann kann ich schwanger werden?
– Und: wann sind meine unfruchtbaren Tage?

Das können Frauen mit der symptothermalen Methode einfach und sicher herausfinden. Mit NFP nach Sensiplan erlernen sie, ihre fruchtbaren und unfruchtbaren Tage zu bestimmen – durch die Beobachtung von Körperzeichen und deren Auswertung nach festen Regeln.

NFP Sensiplan ist eine natürliche und gesunde Methode der Empfängnisregelung. Und zudem eine faszinierende Möglichkeit, sich mit den Vorgängen des eigenen Körpers vertraut zu machen und die „leise Sprache des Körpers“ zu verstehen. Auch der Partner bekommt dadurch die Möglichkeit, den weiblichen Körper besser kennen zu lernen.

Wird NFP Sensiplan eher selten praktiziert?

Meine Erfahrung ist eine andere: Es gibt einige Frauen, die schon davon gehört haben. Aber das Wissen über die Sicherheit der symptothermalen Methode ist noch nicht so weit verbreitet. Zudem wird die Methode häufig mit unzuverlässigen und nicht zu empfehlenden Kalender- oder Ovulationsmethoden (Knaus/Ogino/Billings oder AppStore Angeboten) verwechselt.

Mich freut sehr, dass mehr und mehr junge Frauen in meine Beratung kommen. Zudem werde ich inzwischen oft von Frauenärzten empfohlen, die ihren Patientinnen diese sanfte Methode der Empfängnisregelung ans Herz legen möchten.

Was sind die Vorteile der NFP Sensiplan?

Die Methode ist nicht invasiv und es muss auch nichts eingenommen werden, dadurch ist sie absolut nebenwirkungsfrei. Die Methode eignet sich sowohl für Paare, die eine Schwangerschaft vermeiden möchten, als auch für Paare die sich ein Kind wünschen.

Das Wissen um die gemeinsame Fruchtbarkeit befähigt zur selbstgewählten Entscheidung, ob eine Frau schwanger werden will oder nicht.  Ich finde, es ist ein Schritt in die eigene Selbstermächtigung und eine Chance die gemeinsame Sexualität neu zu entdecken.  Es braucht lediglich täglich Motivation und Neugier, ein Thermometer, Zyklusblatt und einen Bleistift. Sonst nichts.

Wie kann ich mir so einen Kurs vorstellen?

Ein NFP Sensiplan Kurs beinhaltet 5 Treffen zu je 2 Stunden – am liebsten abends und gerne bei der Frau oder dem Paar zu Hause. Alternativ kann ich auch einen neutralen Raum anbieten. Das erste Treffen ist ein sehr eindrücklicher Überblick über das Zyklusgeschehen und unverbindlich. Nach dem ersten Treffen braucht es allerdings die Entscheidung, ob die Methode ins eigene Leben passt. Wenn ja, dann sehen wir uns nach zwei Wochen wieder und danach einmal im Monat. Wir üben mit einem Arbeitsheft und zusätzlich beobachtet die Frau täglich ihre Körperzeichen wie Zervixsschleim, Körpertemperatur und trägt diese in ein Zyklusblatt ein.

Der Kurs kann jederzeit starten, da ich vor allem Einzelberatungen anbiete.

Was, wenn mein Freund/Mann der Sicherheit nicht vertraut?

Wenn ein Partner der Methodensicherheit nicht vertraut, ist es immer hilfreich, selbst am Kurs teilzunehmen um zu erfahren, was die Partnerin im Kurs lernt. Mit NFP Sensiplan haben wir eine hochsichere Methode, vergleichbar mit hormonellen Methoden, nur eben ohne Nebenwirkungen. Das belegt eine offene Sicherheitsstudie, die an der Universität Heidelberg seit 1984 geführt wird.

Die meisten unbeabsichtigten Schwangerschaften entstehen dadurch, dass sich das Paar nicht an die Regeln hält und wissentlich in der fruchtbaren Zeit ungeschützten Verkehr hat. Ob sich die Partner in dieser Frage einig sind und ob sie sich offen und ehrlich über ihre Sexualität und Familienplanung verständigen können, sind weitere, für die Sicherheit entscheidende Aspekte.

Wird die Sexualität anders erlebt zum Beispiel nach Absetzen einer hormonellen Methode zur Empfängnisregelung?

Eine ständige, ich nenne es mal frech: „Verfügbarkeit“ wie während der Einnahme einer hormonellen Verhütungsmethode ist nicht mehr gegeben. Der vielleicht gewohnte Umgang mit der bisherigen Sexualität ist hier manchmal neu zu überdenken. Es gibt eine gemeinsame Fruchtbarkeit zu erleben und damit umzugehen. Hier ist es wieder sinnvoll im Gespräch miteinander zu sein oder das Gespräch mit mir zu suchen, da ich auch sexologisch ausgebildet bin.

Einige Frauen berichten mir, dass sie ohne hormonelle Verhütungsmittel endlich spüren, was sie wollen und nicht mehr wie unter einer „Glocke aus Watte“ leben, da ihr Körper die Hormone nun wieder selbst bildet. Frauen sind von Natur aus zyklische Wesen, sich darauf einzulassen, beschert eventuell vielfältigste Freude!

Partner: Hammer, Daniela
24. Januar 2018

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