Pferde als Spiegel der Seele

Gesa Fuchs ist Heilpraktikerin mit Spezialisierung auf Persönlichkeitsentwicklung mit Hilfe von Pferden und langjährige Partnerin im Netzwerk für Gesundheit. Neben der Einzelarbeit als EponaQuest® Trainerin gibt sie auch Seminare zum Thema „pferdegestütztes Erfahrungslernen“ in Augsburg und Umgebung. Wir haben mit ihr gesprochen.

Was bedeutet pferdegestütztes Erfahrungslernen?

Das zentrale Thema ist, mit sich selbst und dem eigenen Körper in Kommunikation zu gehen. Unser Körper als Wahrnehmungsorgan drückt so vieles aus, wie Emotionen, Empfindungen z.B. Schmerzen oder Anspannungen, über die wir manchmal einfach hinweggehen. Pferde sind sehr feinfühlige Wesen, sie spiegeln den Menschen nicht auf der Ebene des Verstandes. Pferde haben eine wertungsfreie Wahrnehmung. Das Ziel ist es, durch den Kontakt mit dem Pferd mehr über sich selbst zu erfahren und diese Erkenntnis für sich selbst gut nutzen zu können.

Wie ist der Ablauf eines Coachings?

Zunächst konkretisiere ich mit meinem Klienten sein aktuelles Thema, mit welchem er zu mir kommt, als Vorbereitung auf die Begegnung mit dem Pferd. Ebenso besprechen wir, welche Erwartungen, aber auch ggfs. Ängste im Kontakt mit dem Pferd vorhanden sind.

Die Begegnung mit dem Pferd läuft stets vom Boden aus, es wird also nicht geritten. Wichtig ist, dass das Pferd frei ist, also nicht angebunden, und somit auch seinen Instinkten und Reflexen nachkommen kann. So haben der Klient und ich die Möglichkeit anhand der Reaktionen des Pferdes zu erkennen, was energetisch unter dem Verhalten des Klienten liegt. Wenn z.B. der Klient ein sicheres Auftreten nach außen hin zeigt, allerdings im Inneren eher unsicher ist, ist das ein inkongruentes Verhalten, das Unsicherheit beim Pferd auslöst. Das Pferd wird dann in seinem Verhalten eher unruhig oder übernimmt die Führung. Der Klient kann somit erkennen, dass er nicht authentisch ist und sein Verhalten dem inneren Erleben anpassen, um im Kontakt mit Menschen mehr Authentizität zu gewinnen.

Ich bin die ganze Zeit anwesend und „übersetze“ die Reaktionen des Pferdes. Wichtig ist auch, während der Begegnung mit dem Pferd zu schauen, was sich an Empfindungen und Emotionen verändert, denn die Reaktion des Pferdes löst wiederum etwas im Menschen aus.

Mit welchen Themen und Problemen kommen Ihre Klienten zu Ihnen?

Das ist ganz unterschiedlich. Manche meiner Klienten kommen zu mir, weil Sie ein Gefühl der inneren Leere haben, sich selbst nicht mehr richtig spüren. Andere haben Schwierigkeiten, in belastenden Situationen effektiv mit Ihren Emotionen umzugehen. Immer häufiger zählen auch Führungskräfte zu meinen Klienten, die sich selbst kritisch hinterfragen und mehr Balance zwischen Führung, Kollegialität und der eigenen Rolle suchen.

Oft kommen auch Pferdebesitzer zu mir, die sich einen besseren Kontakt zum eigenen Pferd wünschen.

Was ist das Besondere an der Begegnung mit Pferden im Rahmen Ihrer Arbeit?

Wir alle kennen das: Ratschläge oder auch kritische Worte können wir von manchen Menschen besser, von manchen Menschen schlechter annehmen. Bei der verbalen Kommunikation ist immer eine subjektive Komponente vorhanden.

Das, was uns ein Pferd spiegelt, können wir oft viel besser annehmen, da das Pferd wertungsfrei und vor allem motivlos reagiert. Es ist die Wahrheit des Moments, die aufgezeigt wird.

Bei jeder Pferdebegegnung bekommen wir immer wieder aufs Neue die aktuelle Situation der eigenen inneren Verfassung gespiegelt. Das Pferd schaut jedes Mal „hinter unsere Masken“, da können wir uns noch so anstrengen. Pferden kann man einfach nichts vormachen!

 

Partner: Fuchs, Gesa
16. Mai 2018

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